Viertagesfahrt des Freundeskreises nach Berlin vom 3. bis 6. Juni 2010


Berlin - eine Stadt - zwei Zoos und jede Menge “Hohe Tiere”!


Nun, am 3. Juni 2010 war es wieder so weit. Ein Reisebus voll unternehmungslustiger Tierfreunde groß und klein, hat sich wieder einmal auf eine spannende Zooreise begeben. Berlin war dieses Mal das weite Ziel, zu dem man sich am Donnerstag den 3. Juni morgens um 8:00 Uhr auf den Weg machte. Nachdem sich der Bauch des Busses mit Koffern gefüllt hatte, ging es los mit unserem alt bekannten und bewährten Busfahrer “Kurt” von der Firma Glaser.

Ja, und jeder wappnete sich auf seine eigene Weise für die lange Fahrt. So hatten z.B. die “Hinterbänkler” wieder ihre ganz eigene Vorstellung von Reiseproviant, und die Menge an Kühltaschen, die sich auf den Rücksitzen stapelte, ließ auf ein perfektes Catering schließen, was sich auf jedem Rastplatz dann auch bestätigte.

Für Kurzweil während der Fahrt sorgten eine Fotopräsentation über unsere letztjährige Vereinsreise nach Rotterdam und ein Filmbeitrag mit dem Titel: Der Wachtelkönig. Natürlich informierte Herr Gerhard Blumer, Geschäftsführer des Vereins und Organisator unserer Reise, im Bus auch über den geplanten Reiseverlauf.

Nach zahlreichen Pausen kamen wir dann gegen 18:00 Uhr wohlbehalten in Berlin an und durften noch eine Sightseeing-Tour durch die Stadt mit unserem Busfahrer Kurt genießen, der sich bestens in Berlin auskannte. Viele markante Gebäude und Plätze konnten wir erleben und auf dem Kurfürstendamm entlang zu fahren war schon sehr beeindruckend. Faszinierend war auch die Mischung aus schönen alten und zahlreichen neuen Gebäuden bzw. Glaspalästen z.B. das Sony-Center oder das Gebäude der Deutschen Bahn. Die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, das “KDW“, die CDU Parteizentrale oder der Zoopalast, ein Riesenkino, in dem auch die “Berlinale” die Berliner Filmfestspiele stattfinden, waren weitere interessante Sehenswürdigkeiten.

Schließlich ging es in den Ostteil der Stadt, vorbei an den Vorzeige-Edelplattenbauten der legendären Karl-Marx-Allee. Je weiter es jedoch Richtung Friedrichsfelde ging, umso mehr gingen die Fassaden in die “gemeine” Platte über. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir dann unser Hotel, das fast direkt gegenüber dem Tierpark Friedrichsfelde sich befand. Im Nu konnten wir einchecken und unsere Zimmer beziehen, die bis auf wenige Ausnahmen, außerordentlich geräumig waren.

Um 19:30 Uhr trafen wir uns alle zu einem schmackhaften und reichhaltigen Buffet im Restaurant wieder, bei dem wir auch gleich Herrn Ziolka, den Vorsitzenden der Fördergemeinschaft von Zoo und Tierpark Berlin, kennenlernen durften.

Zu schon später Stunde dann, etwa um 21:30 Uhr, wurden wir in einem Seminarraum des Hotels, durch einen Vortrag: “Berlin- eine Stadt - zwei Zoos“ von Herrn Ziolko auf die beiden Berliner Zoos eingestimmt. Auf witzige Art mit echter “Berliner Schnauze” ergab dies eine lebhafte Präsentation, die die Müdigkeit vergessen ließ. Mit einem Augenzwinkern, versprach er auch seinen Vortrag auf 2 Stunden zu verkürzen. *****


*****
Die Zooinformationen des Vortrags finden Sie in der Beschreibung des jeweiligen Zoobesuchs

Der Freundeskreis kann 1400 Mitglieder verzeichnen; seit 2007 ist es ein Förderkreis für beide Einrichtungen, Zoo und Tierpark. Der Zoo Berlin hatte vorher keinen Verein der ihn unterstützt hat.

Jedes Jahr gibt es zwei Spendenprojekte für jede Einrichtung eines. Dieses Jahr werden die Spenden für den Bärenschluchtumbau im Tierpark und den Neubau des Vogelhauses im Zoo Berlin verwendet.

Parallel dazu läuft immer ein Projekt für das zusätzlich Geld akquiriert wird, das immer verbunden ist mit einem sozialem Zweck ist, z.B. um Kindern aus sozial schwachen Familien den Eintritt in Zoo und Tierpark finanzieren zu können.


Die Besucherzahl 2009 betrug 3.020.000 für den Zoo und 950.000 für den Tierpark Berlin. Zoo und Tierpark sind die meist besuchten Freizeiteinrichtungen in Berlin.

Der Zoo hält 16.000 Tiere in 1600 Arten in vergleichsweise deutlich kleineren Anlagen als im Tierpark. Im Tierpark leben 8000 Tiere in 800 Arten. Der große Unterschied in der Anzahl der Tiere kommt zustande, weil alle Fische mitgezählt werden. Die Stadt Berlin investiert 88 Cent pro Tier und Tag für beide Tierparks.


Im Tierpark werden alle Führungen ehrenamtlich von Fördervereinmitgliedern übernommen. Im Zoo ist dies auch geplant; bisher gibt es hier Scouts an bestimmten Stationen, die man ansprechen kann. Außerdem schaltet der Förderverein richtige Stellenanzeigen zur Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern für solche Aufgaben.

Am Ende seines Vortrags wünschte uns Herr Ziolko noch einen angenehmen Aufenthalt in Berlin und erwähnte noch, dass der Zoo Landau, in der näheren Auswahl als Ziel für die Exkursion des Fördervereins für 2011 sei. Jetzt hoffe er natürlich auch auf den entsprechenden Beschluss.


Nach ausgiebigem Beifall ergriff Herr Dr. Helmuth Back, 1. Vorsitzender unseres Freundeskreises, das Wort und bedankte sich für den lebhaften Vortrag. Sodann sprach er Herrn Ziolko und dem Förderverein eine offizielle Einladung aus, den Landauer Zoo zu besuchen. Gleichzeitig stellte er unseren Zoo in groben Zügen vor. Schelmisch bemerkte er: “Wir haben etwas, das Berlin nicht hat, wir sind nämlich von Reben umgeben!” Die perfekte Überleitung zum Gastgeschenk, eine Kiste Landauer Zoowein-Edition, die Herrn Ziolko nun, zusammen mit einem Zooführer des Zoo Landau, übergeben wurde.


So war nun gegen 23:00 Uhr ein langer Tag, und der erste unserer Reise zu Ende. Den Schlummertrunk mußten wir unter diesen Umständen der Minibar des Zimmers entnehmen, und das mit dem Träumen mußte auch ziemlich schnell gehen, denn drei anstrengende Tage erwarteten uns ja noch.

Alle Reiseteilnehmer, die den Tierpark Friedrichsfelde besuchen wollten, trafen sich am nächsten Morgen um 9:00 Uhr in der Hotelhalle. Von dort aus ging es dann zu Fuß den kurzen Weg dort hin.

1955 ist im Ostteil von Berlin der Tierpark im Schlosspark von Friedrichsfelde eröffnet worden. Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands hatte Berlin plötzlich zwei zoologische Gärten. Alle politisch Verantwortlichen setzten sich klar dafür ein, dass beide Zoos erhalten bleiben und sich ergänzen sollten, das heißt, dass jeder Zoo seinen spezifischen Charakter behalten und ausbauen konnte. Auf der einen Seite der Innenstadt-Zoo mit vielen Tierhäusern und dem Aquarium, und im Ostteil der weiträumige Landschaftspark mit Großgehegen. Unter diesem Aspekt kann man die Entwicklung der letzten Jahre sehen. Es wurde z.B. im Tierpark die Haltung von Menschenaffen aufgegeben, während einige Huftierarten in den Tierpark übersiedelten, und einige Tiere wurden nach ihrem Tod einfach nicht mehr ersetzt wie z.B. die Breitmaulnashörner. Beide Zoos zusammen besitzen nun einen Tierbestand, der an Vielfalt und Seltenheit seinesgleichen sucht.

Der Tierpark hat eine Größe von 160 ha und ein Wegenetz von ca. 22 km, in seiner Mitte befindet sich das Schloss Friedrichsfelde. Seit 2009 gehört es wieder dem Tierpark. Das Schloss wird gegenwärtig saniert, so dass es im Augenblick nicht besichtigt werden kann. Die Zooverwaltung wird dort einziehen. Der Kernbereich des Schlosses jedoch, die historischen Räume, werden aber für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Dort werden vom Förderverein Konzerte und Veranstaltungen organisiert und auch die museale Betreuung erfolgt ehrenamtlich über den Verein.

Das Schloss hat eine wechselvolle Geschichte, zum Schluss diente es nicht mehr als Lustschloss sondern wurde ein Landsitz mit großem landwirtschaftlichen Betrieb.


Das Bärenschaufenster am Eingang ist eine der ältesten Anlagen. Sie wurde 1956 erbaut und aufgrund des starken Autoverkehrs mußte vor 5 Jahren eine Verglasung angebracht werden. Hier sind die Schwarzbären oder Baribals zu Hause, die kleinste Bärenart Nordamerikas, die dieses Jahr für Nachwuchs gesorgt haben.


Das Wisentgehege am Eingang ist beispielhaft für die Weitläufigkeit aller Freigehege hier und auch in der Anzahl seiner Jungtiere, die allesamt im Mai geboren sind. Links davon leben die Waldbisons, ebenfalls mit Nachwuchs.


Eingebettet in eine Parklandschaft mit dichtem Baumbestand sind die Gehege der zum Teil seltenen Edelhirscharten z.B. die Vietnam-Sikahirsche. Weiterhin werden z.B. Timorhirsche, Zwergwapitis und die höchst bedrohten Bucharahirsche, die sich hier regelmäßig fortpflanzen, gezeigt.

Zwischen den Hirschhäusern und dem Schloß sind zahlreiche Wassergräben angelegt, die neben einheimischen Schwänen wie dem Höckerschwan auch zwei aus Nordamerika stammende Arten, den Pfeif- und den Trompeterschwan zeigen. Aus Asien wiederum stammen Zwerg- und Singschwan. Na, jetzt ist klar, wer das Orchester bei den Schloßkonzerten gibt………….!

Die Kamelwiese, eine Anlage für Alt- und Neuweltkamele hat insgesamt 8 ha ( zum Vergleich: unser Zoo in Landau hat insgesamt 4 ha ) Dromedare und Trampeltiere grasen hier friedlich. Überhaupt machen die Tiere einen völlig relaxten und sehr zufriedenen Eindruck. Auch dieses Gehege ist wunderschön anzuschauen in seiner Weite und Gestaltung mit Grasflächen, Bäumen, Büschen, Schilf und Wassergräben. Auf einem abgetrennten Bereich sieht man Lamas, Alpakas und Vikunjas, und auch diesen Tieren sieht man ihr Wohlbefinden an. Bei diesem Eindruck, den übrigens die meisten Tiere in ihren großen Freigehegen machen, sei mir die Bemerkung gestattet, ob denn nur “Hühner glücklich sein sollten” . Auch nebenan die Anlage für die Weißhandgibbons ist sehenswert und als Inselkletteranlagen mit asiatischen Hausstil sehr schön gestaltet. Da ist es richtig schade, dass ob der “Kürze der Zeit” bei 160 ha Fläche, keine Zeit zum Verweilen bleibt.

Ungewöhnlich ist auch, dass außer Pfauen auch die Pelikane, von denen es zahlreiche verschiedene Arten gibt, im Tierpark frei herumlaufen können. Neben dem Rosa Pelikan, sind noch Brillen-, Chile-, Rotrücken- und Krauskopfpelikan vertreten.


Ein thematischer Leckerbissen ist das temperierte Krokodilhaus, dem ein Offenterrarium, bewohnt von Köhler-, Wald- und Gelbkopfschildkröten vorgelagert ist. Neben dem Krokodilhaus sind Sommergehege für Riesenschildkröten und ein Überwinterungshaus für die Seychellen-Riesen-Schildkröte und die Spornschildkröte. Im Krokodilhaus findet man auch den Grünen Leguan, selbstverständlich in sicherem Abstand zu den Krokodilen. Zwei Chinaalligatoren sind voneinander abgetrennt, was auf einen etwas kämpferischen Charakter schließen läßt. Auf der Infotafel steht: Meist bissig! Wie wohl “meist” zu definieren ist? Sie sind jedenfalls sehr selten in Zoos zu sehen. Kein Wunder!

Ein Sunda-Gavial, der sicher 3 bis 3,5 Meter misst, flößt mit langer spitzer Schnauze die an Spitze verbreitert ist Respekt ein. Diese Art bewohnt die malayische Halbinsel sowie Borneo und Sumatra. Ein Stumpfkrokodil nebenan mit stark verkürzter Schnauze, ein westafrikanisches Süßwasserkrokodil, ist ca. 1m lang und sieht im Gegensatz zu seinem imposanten Nachbarn richtig niedlich und klein aus.


So, jetzt wird es Zeit für die erste Lektion “Berliner Schnauze”: Das “Pfälzer Schoppenbähnel” heißt in Berlin nämlich “Bimmelbahn“, und ist bei 160 ha Zoofläche wahrlich kein Luxus; Stündlich fährt es ab 10:00 Uhr seine Tour durch den Tierpark und hält an zahlreichen Stationen unterwegs an. Diese Fahrt erlaubt selbstverständlich nur einen kleinen Überblick über den Tierbestand, jedoch stellt es eine Möglichkeit dar, ohne anstrengenden Fußmarsch in den gewünschten Zoobereich zu gelangen. Auch durch das neue “Tierparkgebirge” das 2002 der Öffentlichkeit übergeben wurde, fährt die Bimmelbahn. Wer gut zu Fuß ist, sollte das “Gebirge” unbedingt auch auf denselbigen durchwandern, denn es lohnt sich!


Seit 2004 werden hier neben den asiatischen Gebirgstieren auch Arten aus Europa gezeigt. Für mich persönlich war dieser Bereich, der schönste Teil des Tierparks. Zum Teil begegnete man keiner Menschenseele und es war, als ob man sich auf einer erholsamen Wanderung durch die Natur befindet, und den Tieren einfach begegnet. Auch hier erfährt der Besucher erneut Größe und Weitläufigkeit der Gehege, tiefste Stille, Harmonie und Zufriedenheit, die die Tiere ausstrahlen. Und wieder zeugen sehr zahlreiche Nachzuchten von einzigartigen Haltungsbedingungen.

Schon beim Anstieg ins Gebirge kommen Weißlippenhirsche neugierig angerannt und begrüßen uns freudig, sie bekommen hier wohl nicht so viel Besuch. Es handelt sich um eine wenig erforschte seltene Hirschart Innerasiens. In China streng geschützt sind sie eine große Rarität in Tiergärten. 1990 zeigte der Tiergarten Berlin diese Art als erster Zoo Europas.

Etwas weiter, mit einer Zuchtgruppe von Kreishornschafen, eine turkmenische Wildschafart, begegnen wir einer Besonderheit. Die Böcke bilden große nach innen gedrehte Schneckengehörne aus, die Weibchen nur Hornansätze.

Man begegnet den Schraubenziegen, eine der größten Wildziegenarten. Die starke Ausbildung von Kinnbart und Haarbehängen an Hals und Brust sind charakteristisch und die kräftigen Hörner sind spiralig gedreht und werden bei Böcken bis 75 cm lang. Die Kreta-Bezoar-Ziege ist die Stammform der Hausziege und ihr Bestand in der Wildbahn bedroht. Diese Tiere lagen entspannt im Heubett und fraßen sozusagen peu a peu ihre Matratze auf.


Ein Stück bergauf begegnen uns die goldfarbenen zotteligen Sichuan-Takine. Sie sind sehr selten in Zoos zu sehen. Auch hier gelingt die Nachzucht. Ihr Lebensraum sind die Nebel verhangenen Bergwälder in Sichuan, in denen auch die großen Pandas leben. Hier möchte ich eine lustige Besucherbemerkung in “Berlinerisch” einflechten: Ein Mann sagte: “Kiek mal, da weeß man ja jar nisch wat vorne und hinten is bei dem!“ “Doch” sagt seine Frau, “vorne da wackelts, da kaut er grade”!


Der Tiergarten ist der einzige Zoo in Deutschland der Blauschafe hält und züchtet. Ihr Name kommt von der bläulichen Fellfarbe die sie besonders im Sommer haben, das Winterfell ist bräunlicher.


Bart- oder Lämmergeier sind der Auftakt für die europäischen Gebirgstiere ( kommen auch in Afrika und Asien vor). Sie ernähren sich von Kadavern und sind besonders spezialisiert auf den Verzehr von Knochen. Sehr große Fraßknochen werden in die Luft geworfen, so dass sie auf Felsen fallen. Die markhaltigen Knochenteile werden dann verschlungen.


Die Alpensteinböcke haben ein Hangareal von 5000qm zur Verfügung. Weiterhin leben der Vielfraß, die größte Marderart, und die “Gemeine Hausgemse” in diesem Gebirge. Der in Bayern verbreitete “Gamsbart“ als Hutschmuck der Herren, wird aus den langen Rückenhaaren der Gämsen gemacht und nicht aus Barthaaren, denn Gämsen sind bartlos. Auch ihr Gehörn ist etwas Besonderes, bei beiden Geschlechtern ist es steil stehend, mit hakenförmig nach hinten gebogener Spitze.


Das größte Gehege gehört mit 7000qm den Elchen, der größten Hirschart. Typisch ist das große Schaufelgeweih der erwachsenen Bullen. Mit drei Jungtieren, geboren im Mai und Juni 2010, war das ein besonders schöner Anblick.


Die Europäische Wildkatze ist mit mehreren Exemplaren vertreten. Sie steht unter Naturschutz; in Mitteleuropa sind sie von der Ausrottung bedroht. Hier geborene Katzen wurden in den letzten Jahren zur Wiederansiedlung in die Wildbahn abgegeben.

Außerdem haben hier in weiteren Anlagen Mufflons, Kolkraben, Schnee-Eulen und der Graue Kranich ihre Heimat.

Abschließend läßt sich sagen, dass dieses “Tierparkgebirge” seinesgleichen sucht. Es ist ein richtiges Schatzkistlein, mit schönen und seltenen Tieren, und fast möchte man sagen, in unberührter Natur.


Das Affenhaus für afrikanische Primaten ist 1600qm groß und hat entsprechende Außengehege. Die Paviane sind durch Dscheladas repräsentiert, die in der Wildbahn stark gefährdet und auch in Zoos nur sehr selten zu sehen sind. Sie zeichnen sich vor allem durch ihr langes, braunes Fell und ihr nacktes rot gefärbtes Brustfeld, das je nach Erregungszustand von blassrot bis tief (scham-) rot variiert, aus. Sehr hübsch anzusehen, mit auffällig weißen Augenlidern, sind die ebenfalls bedrohten Rotscheitelmangaben. Nass mögen es die Husarenaffen, denn sie paaren sich nur in der Regenzeit; bei dem verregneten Mai in diesem Jahr läßt das ja hoffen!

Hier leben auch Mohrenmakis, die mit charakteristischem reichen Lautvokabular für gute Unterhaltung sorgen. Als Vertreter der Meerkatzen sind die bedrohte Brazza Meerkatze und die hoch bedrohte Diana Meerkatze für die Schönheit zuständig.

In unmittelbarer Nähe des Affenhauses lebt die Zuchtgruppe der Mishmi-Takine, die auch Rindergämse oder Gnuziege genannt wird. Die systematische Einordnung der seltenen burmesischen Paarhufer ist nicht geklärt, genauso wenig wie ihre Überlebensweise und Fortpflanzung. Breite Hufe machen sie zu geschickten Kletterern. Ihre Sommerweiden befinden sich bis auf 4000 m Höhe. Ihr zotteliges gelbes bis schwarz braunes Fell ist fettig zum Schutz vor Feuchtigkeit. Im Winter “tragen” sie wärmende Unterwolle (auch ein Takin braucht mal “lange Unterhosen”).

Eine absolute Seltenheit in Tiergärten ist der südafrikanische Bergriedbock der zu der Gruppe von Wasserböcken gehört. Nebenan in der Giraffensuite leben Uganda- oder Rothschildgiraffen, die im Februar mit einem Jungtier namens Susi den Tierpark bereichert haben.

Im Vari-Wald schliefen schwarz-weiße und rote Varis. Sowohl Tiere als auch Besucher können sich in diesem Gehege frei bewegen, was manchmal zu kleinen Zwischenfällen wir Keksraub aus der Handtasche (von Seiten der Varis natürlich) führt.. Ihr Bestand (der der Varis, nicht der Kekse) ist durch Regenwaldvernichtung bedroht.


Das Dickhäuterhaus ist ein gewaltiges Tierhaus und umfasst eine Grundfläche von fast 6000qm. Dazu gehören Freianlagen mit einer Gesamtfläche von 11.000qm. Friedrichsfelde ist der einzige Zoo, der sowohl afrikanische als auch asiatische Elefanten hält. Wegen der Lebensraumkonkurrenz durch den Menschen, ist ihr Überleben in der Wildbahn inzwischen weitaus mehr bedroht, als durch Wilderei.

Im Dickhäuterhaus leben auch Panzernashörner, die aus Indien und Nepal stammen.

Absolut beeindruckend im Dickhäuterhaus war ein Schaubecken mit Rundschwanz-Seekühen oder Manatis. Die in tropischen Küstengewässern des Atlantik vor Amerika und Afrika, sowie im Amazonas Flußsystem lebenden Säugetiere werden auch Sirenen genannt. Sie sind total ans Wasser angepasst und ihre nächsten Verwandten sind Elefanten und Schliefer. Ihre Vordergliedmaßen sind zu Flossen umgewandelt, Hintergliedmaßen fehlen, der Beckengürtel ist bis auf Reste reduziert. Bei einer Körperlänge bis 3m kann ihr Gewicht 500 kg überschreiten. Nach einer Tragzeit von 12 Monaten bringen sie bis zu 30 kg schwere Kälber zur Welt. Kaum zu glauben, aber die hübschen kleinen Buschschliefer, in einem Gehege vor dem Dickhäuterhaus, sind die nächsten Verwandten dieser Kolosse.


Vorbei an den Chapman Zebras gelangt man zum Alfred Brehm Haus, das in den 60er Jahren erbaut wurde. Die Löwenstatuen davor stammen vom Stadtschloss Berlin. Im Inneren ist die Tropenhalle, mit einer Höhe von 16 m integriert. Dort gibt es z.B. Flugfüchse und viele bunte tropische Vögel. Die im Freiland stark gefährdeten Indischen Löwen sind hier ebenso zu sehen wie China-Leopard, Puma, Jaguar, Sibirischer- und Hinterindischer Tiger , und die kleineren wunderschönen Sumatra Tiger. Zu den kleinsten Großkatzen gehört der südostasiatische Nebelparder, mit faszinierender Fellzeichnung.


Im Eingangsbereich des Brehm-Hauses befinden sich Landschaftskäfige für zahlreiche Kleinkatzen. Wer diese Tiere mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Da gibt es den Manul, eine innerasiatische Kleinkatzenart, die Fischkatze aus Südasien, die geschickt schwimmt, Fische fängt und auch Frösche und Krebse. Nebenan lebt Frau Serval aus Afrika, eine bildhübsche, hochbeinige, gefleckte Kleinkatze, mit sehr kleinem Kopf, als tagaktiver Einzelgänger. Die seltene Salzkatze, die vorwiegend als Bodenbewohner der südamerikanischen Buschwälder lebt, gefällt ebenso wie der südafrikanische Karakal bzw. Wüstenluchs, der ein sprungstarker Jäger ist. Die in Tiergärten selten gezeigte Malayische Zibetkatze verströmt ein “strenges” Parfum, und die Oman-Falbkatze, die weltweit nur in wenigen Zoos gepflegt wird, ist eine kleine Schönheit.


Es wäre noch viel zu erzählen von diesem wunderbaren Tierpark, der Mensch und Tier Entspannung schenkt. Doch lassen wir es dabei bewenden und freuen uns auf den nächsten Tag und den Besuch im Zoo Berlin.

An unserem 3. Reisetag wurden wir morgens um 9:00 Uhr von “Kurt” in den Zoo Berlin gefahren. Natürlich bestand auch die Möglichkeit, Berlin auf eigene Faust zu erkunden. Berlin - Eine Stadt - Zwei Zoos, die unterschiedlicher gar nicht sein können! Zunächst mussten wir uns an die veränderten Größenverhältnisse gewöhnen; nach der “unendlichen Weite” und Ruhe des Tierpark Friedrichsfelde folgte nun die hohe Dichte von Menschen, Gehegen und Tieren im Zoo Berlin.

Der Zoo Berlin hat eine Fläche von ca. 35 ha und ist der älteste Zoo in Deutschland; er wurde auf Initiative von König Friedrich Willhelm dem Vierten 1841 gegründet, und 1844 eröffnet. Der Zoo wurde als gemeinnützige Aktiengesellschaft gegründet, es gibt 4000 Aktionäre, davon ist das Land Berlin ein Aktionär und der Förderverein ist ebenfalls ein Aktionär. Ein Großteil der Aktien ist in Privatbesitz. Der aktuelle Kurswert liegt bei ca. 2300 Euro.


Der erste Zoodirektor war der Martin H. Lichtenstein; er hat zusammen mit Peter J. Lenné (Landschaftsarchitekt) und Alexander von Humboldt (wissenschaftliche Leitung) den Zoo Berlin aufgebaut.

Dr. Heinrich Bodinius war der 1. Hauptamtliche Zoodirektor und er hat damit begonnen, die für den Zoo charakteristischen Stilbauten zu errichten. So wurde 1871 das prachtvolle Antilopenhaus mit seinen vier Minaretten im 1000 und 1 Nacht-Stil eröffnet, das als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Berlins wenige Monate nach der Eröffnung sogar den Rahmen für ein Drei-Kaiser-Treffen abgab. Weitere Stilbauten sind Z.B. das ägyptische Straußenhaus, das malerische Elefantentor und die Häuser für Einhufer im arabischen Stil, welche den Lebensstil arabischer Scheiche widerspiegeln soll.


Ihm folgte 1888 Dr. Ludwig Heck. Er war der bedeutendste Zoodirektor und hat den Charakter des Zoos entscheidend geprägt. Er hat die Stilbauten von Bodinius weitergeführt und ausgebaut. Das Wisenthaus z.B. wurde angelegt als russischer Bauernhof, das Bisonhaus daneben als Indianerhaus mit Totempfählen. Und er hat den provinziellen Zoo Berlin zum ersten und artenreichsten Zoo der Welt gemacht!

Unter Prof. Dr. Lutz Heck (1932 -1945) veränderte der Zoo sein Gesicht. Nun wurden naturnahe Freianlagen geschaffen, z.B. die Löwensteppe und der Bergtierfelsen.

Im 2. Weltkrieg wurden die meisten Bauten zerstört, wie auch fast die gesamte Infrastruktur. Nur 91 Tiere überlebten; darunter zwei Löwen, ein asiatischer Elefantenbulle und der Flußpferdbulle “Knautschke”.

Der Wiederaufbau und -ausbau nach dem 2. Weltkrieg wurde ermöglicht durch Katharina Heinroth (1945 - 1956) und ihrem Nachfolger Prof. Dr. Heinz-Georg Klös (1956 - 1991).


Es gibt zwei Eingänge, das Löwentor, und das Elefantentor welches der historische Eingang des Zoos ist; neben dem Brandenburger Tor das meist fotografierte Tor in Berlin. Dieser gesamte Bereich ist asiatisch gestaltet.


Nach diesem Eingang stößt man zuerst auf die Skulptur Bobby, ein Gorilla, der mit 2 Jahren in den Zoo Berlin gekommen und 1935 auch dort verstorben ist. Er ist das Wappentier vom Zoo Berlin. Im Affenhaus gibt es nach wie vor Gorillas, z.B. Ivo, ein sehr imposantes Tier; wenn Besucher ihn zu sehr fixieren, nimmt er Dreck und beschmeißt die Besucher relativ gezielt damit - schön zu beobachten, wenn man weit weg ist! Es werden auch Schimpansen, Orang Utans und die aufs höchste bedrohten Bonobos oder Zwergschimpansen gezeigt.

Im Niederaffenhaus kann man u. a. die lustigen Ceylon-Hutaffen bewundern, die aussehen, als ob sie gerade einen “Topfhaarschnitt” bekommen hätten. Offizielle Version: Das Kopfhaar wächst als Krone um einen Mittelwirbel….. na ja, mit viel Fantasie……!

Aus den Urwäldern Westafrikas stammen die Mandrills, die mit ihren leuchtend blauen Hautwülsten beiderseits des Nasenrückens zu den buntesten Säugetieren gehören.

Die scheuen Eulenkopfmeerkatzen saßen alle mit dem Gesicht zur Wand, was darauf schließen läßt, dass sie sich nicht besonders wohlfühlen. Es sind Baumbewohner feuchter Bergwälder bis 4000 m Höhe in Afrika und man weiß wenig über ihre Verhaltensweise in freier Wildbahn.


Das Raubtierhaus ist ursprünglich 1870 gebaut aber immer wieder erweitert worden. Zu den olympischen Spielen in Berlin 1936 entstand eine imponierende Felsenfreianlage für Löwen. Die in ihrem Bestand aufs Höchste gefährdeten Hinterindischen Tiger sind in diesem Haus ebenso zu sehen, wie der südamerikanische Jaguar, der Persische Leopard und der Silber- oder Berglöwe genannte Puma. Im Raubtierhaus ist auch der Große Pandabär Bao Bao zu Hause, der lange Zeit ein Wahrzeichen des Zoo war.


2007 hat ein im Berliner Zoo geborener Eisbär den Zoo weltbekannt gemacht; “Knut“ ist sein Name. Nun hat er Besuch aus München: Die Eisbärin Giovanna! Frisch verliebt und für kurze Zeit strahlend weiß, präsentierte er sich den Besuchern. Er ist ein Showbär, der mit seinem zahlreich erschienenen Publikum spielt und es in seinen Bann zieht. Dafür weiß er leider nicht, dass er ein gefährliches Raubtier ist; durch die intensive menschliche Beziehung ist er sozusagen “enteisbärt”. So kann er auch nicht mit seinen Artgenossen im Gehege leben. Jetzt werden die Diskussionen, die es damals gab, zu für und wider dieser Handaufzucht verständlich. Doch Hand aufs Herz, wer möchte schon über Leben und Tod eines kleinen Eisbären entscheiden?


Nicht weit von den beiden entfernt befindet sich das Pinguinhaus das 2002 eröffnet wurde. Der Zoo war bis dato sehr erfolgreich in der Zucht der Kaiserpinguine; seit sie jedoch im neuen Haus leben, ist Schluss mit Lustig! Es schneit dort und klimatisiert phantastisch, aber die Pings scheinen es dann doch lieber etwas primitiver zu mögen! Oder sie haben vor lauter Begeisterung einfach vergessen, wie das mit den Bienen und den Blüten so funktioniert!


In den 80er Jahren ist das “Erweiterungsgelände” dazu gekommen. Es ist weitläufig und ruhig, sozusagen ein Geheimtipp, wenn man wenig Besucher sehen will. Drei Landschaftsgehege sind den Kontinenten Südamerika, Australien und Afrika gewidmet. In “Südamerika“ tummeln sich Guanakos, Wasserschweine, Maras und Nandus. Parmakänguruhs sind Vertreter aus Australien. Die Savanne Afrikas besticht durch eine Gesellschaft von Großen Kudus, Springböcken und Blessböcken. Hinzu kommen drei Einzelartgehege mit Roten Riesenkänguruhs, Przewalskipferden und Japanischen Seraus als Vertreter der Waldgämsen. Erholung pur!

Vor dem Flusspferdehaus postiert sich “Knautschke“ als Skulptur. Er ist der Stammvater aller Flusspferde die im Zoo beheimatet sind. Er steht auch für die erste große Ost-West-Liebesbeziehung der Fünfziger Jahre: Knautschke aus dem Westen und seine Frau Bulette aus Leipzig! In ihrem Haus sind die Tiere in einem großen Aquarium unter Wasser zu sehen. Eine Glaskonstruktion dient als Dach. Als zweite Art wird das Zwergflusspferd gezeigt.

Die Wasser Aufbereitung erfolgt in einem fein abgestimmten System

1. Abscheidung von Grobstoffen über ein Bogensieb

2. 4 Sandfilter für kleinere Verunreinigungen

3. Ozonbehandlung: alle Keime werden abgetötet und alle Algen vernichtet

4. 2 Aktivkohlebecken, da das Wasser zwar keimfrei aber mit Ozon vergiftet ist

Zusätzlich werden täglich 100 Kubikmeter Wasser durch ein Schilfbeet außerhalb des Hauses biologische aufbereitet. Dies dient vor allem der Nitratreduzierung.

Die gesamte Anlage verbraucht je nach Jahreszeit 3 bis 6 Kubikmeter Wasser täglich. Zum Vergleich: die alte Filteranlage verbrauchte 70 bis 80 Kubikmeter täglich!!!

Eine auf dem Dach installierte Solaranlage übernimmt die Heizung des Beckens.


Ein Höhepunkt war 1913 die Eröffnung des Aquariums. Es war viele Jahre lang das größte Schauaquarium, das es gab; auf 3 Etagen werden Fische Reptilien und Insekten präsentiert. Im Eingangsbereich begrüßt den Besucher ein großes, offenes Streichelbecken mit japanischen Zierkarpfen. Im Erdgeschoß werden etwa 4500 Fische in ca. 400 Arten präsentiert. Im Schaubereich sind die Süß- und Seewasserbecken auf 2 Besuchergängen um den Zentralteil angeordnet. Die Bereiche führen von der Kalifornischen Küste bis zum Roten Meer, weiter zum Indopazifik; das australische Riff ist genauso vertreten wie der Malawi-See und die Flussregionen Südamerikas und Südostasiens. Allesamt sind es wunderschön gestaltete Landschaftsbecken, die die natürliche Umgebung der Tiere in ihrer stillen Unterwasserwelt erahnen lassen.

Ein imposantes Zylinderaquarium mit spezieller Technik macht die Haltung von empfindlichen Quallenarten möglich, die Feen gleich durch das Wasser schweben.

Kuhkopfrochen, die in einem Rundumbecken ihre Runden drehen, wird durch kontinuierliche Strömung vorgegaukelt, dass sie geradeaus schwimmen.

Das Haibecken wurde im Winter 1999 fertig gestellt; hier kann man Schwarzspitz- Riffhaien, oder Sandtiger- und Teppichhaien tief ins unruhige Auge blicken.


Im 1. Stockwerk sind Reptilien zu sehen. Dort befindet sich die Krokodilhalle. Erwähnenswert sind auch die Brückenechsen, lebende Fossilien, die es bereits vor 225 Mill Jahren weltweit gab. Nur auf den Inseln Neuseelands haben sie die letzten 80 Mill Jahre überlebt. Weltweite Zuchtprogramme sollen die Art erhalten. Sie besitzen 2 Schläfenöffnungen mit ihrer Namen gebenden Knochenbrücke; einzigartig im Tierreich sind auch die Bauchrippen der Echsen. Das gesamte 2. Stockwerk ist Fröschen und Insekten gewidmet.


Um 16:30 Uhr wurden wir von unserem Bus abgeholt und zum nächsten Highlight gebracht; einer Schifffahrt auf der Spree. Unterwegs kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn jede Grünfläche, die zu sehen war, war belegt mit Menschen, Stühlen, Bänken, Zelten, Decken, Grillgerät,… ein einziges Volksfest!

Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir eine Sightseeing-Tour zu Wasser. Wir sahen den Reichstag, das Regierungsviertel, den neuen Bahnhof, den Dom, die Museumsinsel und vieles mehr. Nach 1,5 Stunden war die Reise zu Ende und wir fuhren mit unserem Bus ins “Nikolaiviertel”, wo wir den Tag mit reichlich “Speis und Trank” ausklingen ließen.

Am 4. und letzten Tag unserer Reise machten wir uns um 8:45 Uhr auf die Heimfahrt, die allerdings noch ein kleines “Schmankerl” bereit hielt: die Besichtigung des großen Meerwasser-Aquariums im Zella-Mehlis mitten im Thüringer Wald. Doch bis dahin war noch “ein wenig” Fahrtzeit zu überbrücken. Was Gerhard Blumer dann auch mit dem Vortrag eines vegetarischen Krimis tat. Inspektor Maroni hatte einen Kartoffelmord aufzuklären, wobei ihn Don Camille und Pepperone nach Kräften unterstützten. Don Camille wollte allerdings nicht für Rote Beete(n), während Pepperone ruhig die Fenchel-Times las. Als der Fall zu den Akten gelegt wurde, konnten im Bus alle wieder beruhigt schlafen und Gerhard Blumer war wieder der Einzige, der topfit und wach war…… Sellerie!!!

Planmäßig um ca. 14:30 Uhr langten wir in Zella-Mehlis an, wo für uns eine Kaffeetafel im Restaurant des Aquariums vorbereitet war. Doch zunächst durften wir den privat geführten Erlebnispark erkunden, der einen sehr gepflegten Eindruck machte. Es erwartete uns die farbenprächtige Welt der tropischen Ozeane. Doktor-, Drücker-, Kaiser-, Rotfeuer- und Igelfische leben zwischen Korallen und Seeanemonen. Auch die tropischen Süßwasserfische wie Neonsalmler, Barsche und Piranhas, kommen nicht zu kurz. Bezaubernd schön war ein Landschaftsbecken mit Diskusbuntbarschen aus dem Amazonasstromsystem.

Die absoluten Highlights sind die beiden Haifischbecken mit je 250.000 l und 1.000.000 l. Vor der Kulisse einer untergegangenen Stadt sind im großen Becken Zitronen-, Ammen- und die bis zu 3,5 m langen Sandtigerhaie zu sehen. Die weiteren Attraktionen sind Weiß- und Schwarzspitzenriffhaie.

In der Krokodilhalle beeindrucken Gehege, die man über Holzbrücken und Bambusgeländer gut einsehen kann. Sumpf- und Siamkrokodil, die in freier Natur nahezu ausgerottet wurden, sind genauso zu sehen wie Beulenkrokodil und Missisippi-Alligator. Die Vivarien bestehen aus einem Wasser- und einem Landteil mit Sandgrube und Betonliegefläche. Wasser brauchen die Tiere für die Fortpflanzung da sie sich nur unter Wasser paaren. Der Außenbereich ist als Koi-Park angelegt.

Um ca. 16:00 Uhr verabschiedeten wir uns vom Erlebnispark und fuhren weiter gen Heimat. Nach einem Abendessen in der Raststätte Jagsttal öffnete der Himmel seine Schleusen und Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen begleiteten uns bis nach Landau, wo wir nach diversen Abschieds- und Dankesreden gegen 22:00 Uhr wohlbehalten eintrafen. Es war wieder einmal eine schöne und erlebnisreiche Reise. Unser Dank gilt wie immer Gerhard Blumer für die hervorragende Planung und Organisation.

Nun, was soll ich sagen, vier Zoos + lange Reise = langer Reisebericht! Trotzdem viel Spaß beim Lesen und Wieder erleben wünscht Ihnen wie üblich an dieser Stelle


Petra Bachtler-Endres